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Pastorin Klappert’s September Andacht – Weiter Am Haus Gottes Bauen

Pastorin Klappert’s September Andacht – weiter am Haus Gottes bauen

Last updated on September 18th, 2021

2021 September Devotion -Church Building

Photo credit: Alex B. designed, built and photograhed this church building.

Ich denke daran, wie ich gut vorbereitet mit einer dicken Mappe voller Dokumente vor einem Monat erwartungsvoll am Schalter in Frankfurt am Flughafen stand – und wie frustrierend es dann war, unverrichteter Dinge wieder abziehen zu müssen. Aufgrund der aktuellen Coronaregeln war der übliche Weg als Pastorin einzureisen zu Canada nicht möglich.

„Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig; ihr kleidet euch, und keinem wird warm; und wer Geld verdient, der legt’s in einen löchrigen Beutel. Besinnt euch auf eure Wege!“ Haggai 1,6

Wie gewonnen, so zerronnen. Wenig erbaulich scheinen diese Worte des Propheten Haggai auf den ersten Blick. Aber jede*r von uns kennt wohl Situationen, in denen genau das passiert. Wenn alles menschliche Planen und Bemühen, alle Vorsorge und weitsichtige Strategie am Ende nicht belohnt wird. Ungleich dramatischer und grausamer stehen mir die Bilder rund um den Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan vor Augen und die Diskussion, wie sinnvoll der immense Einsatz von Ressourcen jeglicher Art der internationalen Gemeinschaft dort letztendlich gewesen ist.

Haggai zieht sein ernüchterndes Fazit im Zusammenhang mit der Wiedererrichtung des Tempels in Jerusalem. Das Volk Israel durfte nach dem Exil wieder ins Heimatland zurückkommen und hatte sogar die Erlaubnis des Perserkönigs bekommen, sein Heiligtum wieder aufzubauen. Aber die Menschen kümmern sich nur um das Nächstliegende, um die Ernte, um Essen und Trinken, Kleidung und Einkommen – auch 20 Jahre nach der Rückkehr noch! So kommt es, dass der Tempel in Trümmern liegt.

Deshalb sagt Haggai zu seinen Leuten: Beim Nächstliegenden dürfen wir nicht stehen bleiben. All das ist umsonst, solange nicht auch an Gottes Haus gebaut wird. Manchmal gibt es eben Wichtigeres als den eigenen Lebensfortschritt, das Kümmern um das eigene Wohlergehen: Ein gemeinsames Ziel, für das es sich lohnt, einzutreten. Das erleben wir ja gerade auch in der heißen Phase des Wahlkampfs in Deutschland und Kanada: Es geht um die Zukunft unserer Gesellschaft, unserer Welt und unserer Kinder. Da wird die Mahnung von Haggai auf einmal ganz aktuell! „Besinnt euch auf eure Wege!“ So rät er seinen Landsleuten.

Und ich finde, das ist auch ein gutes Motto für uns in der Martin Luther Kirche, damit wir bei all unserem Planen, Tun und Lassen nicht vergessen, nach Gottes Willen zu fragen. Möge sein Segen uns dabei leiten und helfen, einander im Blick zu behalten. Ich freue mich darauf, zusammen mit Ihnen und euch weiter am Haus Gottes zu bauen – das so viel mehr ist als ein Gebäude! – und seine lebendigen Steine zu sein.

Bleiben Sie gesund und Gott befohlen!

Pastorin Annika Klappert, 3. September 2021

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