Woran soll man sich im Herbst erinnern- Erntedank-Andacht

Dieses Jahr ist das deutsche Erntedankfest am Sonntag, den 4. Oktober 2026.
Dazu gibt es eine passende Geschichte, der erinnernde Weinstock.
Im Dorf Willowbrook ist Erntedank die schönste und fröhlichste Zeit des Jahres, die Luft duftet nach Zimt und die Bäume färben sich schon in den schönsten Herbstfarben. Jeden Herbst versammelt sich das ganze Dorf beim erinnernden Weinstock von Herrn Silas. Er ist ein freundlicher Mann, mit warmen Augen und leicht lilanen Händen, die seine Arbeit der letzten Jahre im Weinstock spiegeln. Er vergleicht das Wachstum des Weinstocks mit dem Verhalten der Menschen zueinander, die Trauben reifen am besten, wenn das Wohlwollen zwischen den Menschen wächst.

Doch dieses Jahr war außergewöhnlich. Die Reben trugen mehr Trauben als in den vergangenen Jahren. Allerdings waren die Bewohner von Willowbrook zu beschäftigt, um diese Besonderheit wahrzunehmen und keiner stoppte, um bei der Ernte zu helfen. Nur ein Kind aus dem Dorf stoppte beim Weinberg, Ari. Er beobachtete Herrn Silas dabei, wie dieser sich um die Reben kümmerte, sie wässerte, zurückschnitt und ihnen sogar zusprach. Danach fragte er Herrn Silas, warum er sich voller Hingabe um die Reben kümmert. Herr Silas schmunzelte, diese Reben wurden mit Hingabe eingepflanzt und sie wachsen am besten, wenn die Menschen sich gemeinsam um sie kümmern. Ari ließ seinen Blick schweifen, aber es ist doch niemand hier, Herr Silas stimmte ihm zu, manchmal vergessen die Menschen wie viel sie bekommen haben. Ari erinnert sich wie großzügig Herr Silas seine Trauben verteilt, vor allem an Menschen, die nicht so viel haben und wie belebt der Weinberg in den letzten Jahren war. Ari beschloss das sich etwas ändern muss, er rannte ins Dorf und verkündete, kommt alle zum Weinberg, Herr Silas braucht uns. Einige der Bewohner taten so, als hätten sie das gerade nicht gehört, viele aber wurden wachgerüttelt durch ihre Erinnerungen an das vergangene Erntedank-Fest, und machten sich auf den Weg zum Weinberg. Im Weinberg angekommen, stand Herr Silas zwischen den Reben und an seinem Gesicht sah man die Freude und das willkommen sein der Menschen. Gemeinsam haben die Bewohner des Dorfes die Trauben geerntet, Geschichten ausgetauscht und ihre Dankbarkeit wiederentdeckt. Das Beste daran ist, der Weinberg hatte seine Unbeschwertheit wieder zurück. Am Abend versammelten sich alle Menschen, Herr Silas bedankte sich und verglich den Weinstock mit den helfenden Menschen. Gott hat die Liebe ins uns verankert, kümmert sich um uns und hofft das Güte, Gerechtigkeit und Mitgefühl in uns für den Umgang miteinander reifen. Wenn wir die Dankbarkeit vergessen, so werden die Trauben verfaulen, leben wir allerdings mit Dankbarkeit so wird alles wachsen. Seit diesem Tag, denkt jeder der Bewohner beim Vorbeigehen an diesen Vergleich.

In der Bibel finden sich zwei Geschichten zu diesem Thema, einmal in Jesaja 5,1-7 und Matthäus 20,1-16. In Jesaja pflanzt Gott Reben in einen Weinberg, diese stehen stellvertretend für die Menschen Gottes und er hofft auf eine gute Ernte. Dazu zählen Gerechtigkeit und Miteinander, doch er findet im Weinberg nur wilde Früchte, wie Zerstörung und Egoismus. Die Geschichte bei Matthäus läuft ähnlich ab, der Weinbergbesitzer schickt Arbeiter zur Ernte, aber die Pächter lassen sie nicht in den Weinberg.

Aus beiden Texten geht eine Frage hervor, welche Frucht wird Gott in uns finden?
Also es geht dabei nicht um die Früchte, sondern um die Eigenschaften, die für die Menschen im Miteinander wichtig sind.
-Güte für Menschen, die es nicht so leicht haben
-Dankbarkeit, für die Gaben, die wir erhalten
-Mitgefühl, für unsere Mitmenschen
-Großzügigkeit, die das Herz Gottes spiegelt

Gott wird die Pflege des Weinbergs niemals aufgeben, er macht weiter mit dem Pflanzen zurechtschneiden, gießen und hoffen. Er sendet Liebe in unser Leben und lädt uns ein, eine gute Frucht zu tragen, also einen guten Umgang mit anderen Menschen zu pflegen.
Zu diesem Erntedank erinnern wir uns, wir sind der Weinberg Gottes und wir sind seine geliebten Pflanzen. Er wird sich über jede „Frucht“ der Dankbarkeit, die wir entwickeln, freuen.

-Nina, Praktikantin

Nina Rossow

Intern Nina and Pastor Annika Klappert
An den Anfang scrollen